SPD Hoppegarten/ Neuenhagen

Neue, alte Gedenkplatte

Veröffentlicht am 22.12.2024 in Kommunalpolitik

Noch immer kein Ersatz am Mahnmal

Im Dezember 2022 wurde die Bronzeplatte zum Gedenken an Kurt Schulze, einem Widerstandkämpfer der Kommunisten in den Jahren des Nationalsozialismus, von Materialdieben kurz vor dessen 80. Todestag gestohlen. 1942 war er von den Nazis in Plötzensee hingerichtet worden. Viele Jahre war die Platte Teil der Gedenkstätte der Opfer des Faschismus hier im Ort. Viele Bürgerinnen und Bürgern waren über den Diebstahl entsetzt und forderten und fordern einen adäquaten Ersatz. Aber jahrelang passierte nichts. Die SPD-Fraktion hat hierzu im Oktober dieses Jahrs einen Beschlussantrag eingereicht mit dem Ziel für Ersatz zu sorgen... (bitte lesen Sie weiter)

Jedoch wird nun seit Monaten in der Gemeinde zwischen Bürgermeister und Gemeindevertretern kontrovers diskutiert, wie mit der Wegnahme eines Teils der Geschichte unseres Doppeldorfes umzugehen sei. Die Vorlage war klar formuliert: eine neue Platte soll an die Gedenkstätte. Originalgetreu, jedoch aus einem Material, dass nicht wieder zu einer Wegnahme verleitet.

Man mag über den Umgang mit der Geschichte unserer Gemeinde unterschiedlicher Auffassung sein. Auch gegen eine neue Platte können und dürfen Argumente vorgebracht werden. Keine Frage. Jedoch tun sich Gemeindevertreter und die Entscheider unserer Verwaltung augenscheinlich schwer damit, sich deutlich zu positionieren, klar ja oder nein zur Wahrung dieser Facette unserer Ortgeschichte zu sagen. Wir meinen: die Platte gehört ans Denkmal.

Die Denkmalbehörde hat in einer ersten Stellungnahme dies nun bestätigt. Einigen in der Gemeindevertretung und leider auch dem Bürgermeister reicht dies augenscheinlich nicht aus. So wurde nun eine Vorlage auf den Weg gebracht, in der unser Bürgermeister hoch offiziell die Anfrage stellen soll, ob eine neue Platte an das Denkmal muss und – da hat man unseren angepassten Beitrag übernommen - aus welchem Material diese bestehen kann, um die Vorgaben der Denkmalbehörde zu erreichen. Ein Ergebnis steht noch aus. Es wird am Ende wohl auf eine politische Entscheidung hinauslaufen.

Wir als SPD-Fraktion – und andere in der Gemeindevertretung - wünschen uns zusätzlich eine historische Aufarbeitung über die Geschichte des Denkmals, dessen Neugestaltung und auch eine Würdigung weiterer Widerstandskämpfer aus dem Doppeldorf, z.B. über eine adäquate Darstellung auf unserer Homepage, die Besucher via QR-Code an der Gedenkstätte abrufen können.

Damit Geschichte nicht nur erlebt, sondern auch verstanden werden kann: als eine klare Botschaft für Menschlichkeit und Toleranz und gegen Krieg und Faschismus.

SN

 

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