(Artikel veröffentlich in der Wachtel Dez 2017)
Die Adventszeit ist gekommen – und mit ihr die sogenannte dunkle Jahreszeit. Und wohl selten hat sie so sehr ihrem Namen alle Ehre gemacht. Düstere Gedanken treiben mich um, wenn ich auf die Politik schaue – egal, ob in unserem Rathaus oder in Berlin.
Was in Berlin entschieden ist, wenn diese Ausgabe erschienen ist, mag man kaum abschätzen. Aber was wir in den letzten Wochen erlebt haben, war ein Armutszeugnis der Volksvertreter. Ein Selbstdarsteller der FDP wirft planmäßig das Handtuch, weil ihm plötzlich auffällt, dass es vielleicht mit so dünner Personaldecke in der eigenen Partei für das Image, vor allem das eigene, gar nicht mal so gut wäre, zu regieren. Oder gar Minister zu stellen. Denn was auch immer die Satiriker so sagen, so ein Ministerium ist auch ernsthafte Arbeit, für das Land, für die Menschen. Oder die beteiligten Bayern, denen es mehr um die Personal-Profilierung für die kommende Landtagswahl ging. Oder eine Kanzlerin, die in dem ganzen Egomanenhaufen nicht zu vermitteln vermochte. Das wäre Ihr Job gewesen, aber sie war fast nicht wahrzunehmen die ganze Zeit. Aber es war wie schon die ganzen Jahre zuvor – wegducken, abwarten. Dass die SPD endlich mal den Mut hatte, die Opposition zu wählen, hat mir sehr gefallen – nur in solchen Krisen war in der Geschichte eine Erneuerung der Partei möglich (übrigens so auch bei der CDU, die plötzlich in der Opposition landete bei Willy Brandt damals). Und damit meine ich nicht nur Inhalte, sondern auch Strukturen – und vor allem Posten. Das hat in der letzten Zeit erstmal nicht so gut geklappt, bislang wurde der Vorstand nur einmal durchgetauscht. Das gibt gerade ein Rumoren an der Basis, von dem wir erst den Anfang erleben, dazu hat mich neulich sogar Antenne Brandenburg interviewt. Lassen wir uns mal überraschen.
Der Ruf nach Neuwahlen nach dem Scheitern der „Schwampel“ hat mich dann richtig böse gemacht.