Volles Haus im lärmumtosten Kulturhaus Rüdersdorf am Vorabend des internationalen Aktionstages gegen Lärm am 28. April 2015. Eine hochkarätige Podiumsdiskussion zum Autobahnlärm war zusammengekommen.
Von engagierten SPD-Mitgliedern gegründet, kämpft die Bürgerinitiative "Gegen Autobahnlärm in Rüdersdorf" nun seit einem Jahrzehnt für mehr Lärmschutz. Der SPD-Fraktion war es gemeinsam mit anderen Fraktionen gelungen, in der Gemeindevertretung die Realisierung eines Lärmaktionsplanes zu beschließen.
Die Gemeindevertretung von Neuenhagen hat auf ihrer Sitzung am 23. April 2015 mit großer Mehrheit einer Vorlage der Verwaltung zugestimmt, dass die Elternbeiträge für das Mittagessen in den Kitas und Grundschulen nicht erhöht werden. Dies ist sehr erfreulich, war aber nicht so selbstverständlich, wie es sich in der Sitzung anhörte.
Warum gab es die Debatte um das Essensgeld? Der Caterer hatte der Gemeinde mitgeteilt, dass durch die Einführung des Mindestlohnes das Mittagessen teurer wird. In einer ersten Vorlage wollte die Verwaltung die höheren Kosten auf die Elternbeiträge umlegen.
In der Sitzung der Gemeindevertretung vom 23. April 2015 wurde eine Vorlage zur Weiterentwicklung des Geländes zwischen der Eisenbahnstraße und der S-Bahn mit 14 zu 13 Stimmen abgelehnt. Für die Vorlage stimmten die Fraktionen der CDU, der Feuerwehr, der SPD sowie der Bürgermeister und ein Vertreter der Grünen. Die Parteilosen, die Linke, die Fraktion Mai/Fürstenberg und zwei Vertreter der Grünen stimmten dagegen.
Kommt man mit der S-Bahn nach Neuenhagen, um z.B. das schöne Bürgerhaus zu besuchen, muss man durch die Eisenbahnstraße, die zu beiden Seiten wirklich ein Schandfleck ist. Sie ist gekennzeichnet durch leerstehende heruntergekommene Gebäude.
Schon vor Jahren hat die Gemeinde das Grundstück zwischen der Eisenbahnstraße und der S-Bahn von der Bundesbahn gekauft, um es zu entwickeln. Hierbei handelt es sich um ein besonders wichtiges Projekt für den Ort. Ein attraktives Zentrum sollte hier entstehen. Dementsprechend hat sich die Gemeinde viel Zeit mit der Planung gelassen. Es gab einen Studentenwettbewerb und eine breite Bürgerbeteiligung. Ein Rahmenplan wurde aufgestellt und Interessenbekundungsverfahren durchgeführt.
Das Cello spielte ein klagendes Lied, die Gäste lauschten in sich gekehrt. Es war eine denkwürdige Gedenkstunde in der Aula der Hennickendorfer Grundschule zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Hitlerregime in der Region. Hennickendorfer berichteten aus den Jahren des Kriegsendes in ihren Familien, das Rüdersdorfer Heinitz-Gymnasium hatte ein Rollenspiel vorbereitet. Die Schüler schlüpften in die Rollen von Jugendlichen vor 70 Jahren – gleicher Ort, gleicher Lebensabschnitt vor dem Abitur, aber so schrecklich andere Lebensumstände. Die Gedanken und Gefühle der jungen Leute kreisten um Krieg, Tod, Waffen und Gewalt. Starke Bilder beschworen die Schüler da herauf.
Am 26. März beschloss die Gemeindevertretung, die Mittel für die Planung von 6 zusätzlichen Klassenräumen an der Grundschule in Fredersdorf-Süd freizugeben. Nur warum brachte der Bürgermeister die diesbezügliche Beschlussvorlage erst jetzt ein? Schon letztes Jahr zeichnete sich der Engpass an Klassenräumen an den Grundschulen ab. Und bereits letzten November hatte Dr. Klett im Ausschuss eine erste Kostenschätzung für die Aufstellung von Containern präsentiert, dann aber wieder zurückgezogen.
Des Weiteren sollen die Kosten für einen Hortneubau zur Betreuung der Kinder der 5. und 6. Klasse im Rahmen der integrierten Kindertagesbetreuung (IKB) ermittelt werden. Mit Ergebnissen ist im Mai 2015 zu rechnen.
Fredersdorf-Vogelsdorf bemüht sich um Fördermittel für die Erhaltung und Entwicklung des historischen Gutshofes. Angestrebt wird die Aufnahme in den bestehenden Verbund aus Neuenhagen, Altlandsberg, Rüdersdorf und Hoppegarten, um gemeinsam am „Stadt-Umland-Wettbewerb“ (SUW) des Landes Brandenburg teilzunehmen. Der Bürgermeister wurde von der Gemeindevertretung einstimmig beauftragt, einen Kooperationsvertrag mit den 4 Nachbargemeinden abzuschließen. Ob letztendlich Fördergelder aus dem Wettbewerb gewonnen werden, ist noch ungewiss. Reinhard Sept (SPD-Fraktion) begrüßte die ortsübergreifende Zusammenarbeit: „Je mehr Gemeinden und Städte sich an dem gemeinsamen Wettbewerbsbeitrag beteiligen, desto besser die Aussichten auf Erfolg“.
Ebenfalls beauftragt wurde die Planung für die Investitionen in die Außensportanlagen der Schulen. Die Standorte an der Tieckstraße in Süd sowie an der Posentschen Straße in Nord sollen modernisiert werden. Die Verwaltung hatte in enger Abstimmung mit den Schulen der Gemeinde den jeweiligen Bedarf ermittelt. Die daraus abgeleiteten Ausbaukosten für beide Standorte zusammen belaufen sich auf 500 000 Euro. Auf Antrag der CDU & Unabhängigen soll bei der jetzt beginnenden Planung eine Nutzung der Schulsportanlagen für Vereine geprüft werden. Sollte die Verwaltung die dafür nötige erweiterte Betriebserlaubnis erteilen, müsste jedoch auf dem Schulcampus Süd unter anderem eine Flutlichtanlage gebaut werden.
Es gleicht einem Schildbürgerstreich: Der gerettete Wunderwald zwischen Martin-Luther-Straße und Feldstraße erhält keinen zweiten Zugang. Somit gerät der erste extra eingeplante Weg im Bebauungsplan 36 „Tieckstraße“ de facto zur Sackgasse. Denn für eine Durchquerung des Waldes müsste auch ein Zugang zur Feldstraße geschaffen werden. SPD und LINKE konnten dafür keine Mehrheit erreichen.
S. Eckert