Bildung
Seit März 2010 gibt es einen Gemeindevertreterbeschluss zur Gestaltung der Schullandschaft in unserer Gemeinde, dessen Umsetzung bislang ergebnislos blieb. Die SPD-Fraktion sah es an der Zeit, dieses wichtige Thema in breiter Öffentlichkeit und mit externem Sachverstand zu beleben.
Am 26. November 2012 lud die SPD-Fraktion zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion ins Kulturhaus ein.
Unter den ca. 50 Teilnehmern der Veranstaltung waren im Podium der Landrat von MOL, Gernot Schmidt (SPD) ; der Politikberater und Geschäftsführer der stadt.land.freunde.GmbH, Axel Dosch ; der SPD-Bundestagskandidat Olaf Mangold sowie die Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Gemeindevertretung , Nadine Wirthwein-Darkow und die Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion MOL , Dr. Rita Nachtigall als Moderatorin .
Das Kernproblem machte Axel Dosch, der auch für die Berthelsmann-Stiftung arbeitet, an Entwicklungstendenzen des demografischen Wandels, deutlich.
Es trifft auch Rüdersdorf und das stärker als die anderen Randberliner Gemeinden.
Nach 2017 stehen wir vor neuen Umbrüchen, weil schlichtweg die Kinder fehlen.
Ab 2017 prognostiziert er bei den 10- bis 15-Jährigen einen Rückgang von ca. 70 Jugendlichen pro Jahr, d.h. von etwa 1700 auf 1000 im Jahr 2030 .
Bei den 6- bis 9-Jährigen von rund 440 auf 350 Kinder im Vergleichszeitraum .
Diese Aussagen decken sich mit den Prognosen der vierten Fortschreibung des Schulentwicklungskonzeptes des Landkreises MOL, das demnächst dem Kreistag zur Beschlussfassung vorgelegt wird .
Aus zahlreichen Erfahrungen heraus plädierte Landrat Gernot Schmidt dennoch dafür, alle sich bietenden Chancen für einen Erhalt der Schulen zu nutzen. Seine Aussage, dass man nicht tatenlos zusehen müsse, wenn eine ungünstige Prognose gestellt wird, traf den Nerv zahlreich anwesender Elternvertreter und Lehrer.
Aus Sicht des SPD-Bundestagskandidaten Olaf Mangold wird der wechselseitige Zusammenhang zwischen gleichen Bildungschancen für alle Schulkinder und dem Quartiersmanagement durch die von der Bundesregierung vorgenommene drastische Kürzung der Städtebauförderung gesellschaftlich konterkariert. Das aus auf Beschluss der Gemeindevertretung erarbeitete Integrierte Stadtentwicklungskonzept (INSEK) wurde 2012 nicht mehr in das Förderprogramm aufgenommen. Olaf Mangold versicherte seine Unterstützung, für das für die Strukturentwicklung in Rüdersdorf so wichtige Vorhaben doch noch einen Fördertopf zu finden.
Das rege Interesse, die offene, zuweilen emotionale aber weitestgehend faire Diskussionsrunde haben die SPD-Fraktion darin bestätigt, den Weg des Bürgerdialogs zu gehen.
Karsten Kücken / Dr. Rita Nachtigall
Die SPD-Fraktion der Gemeindevertretung Rüdersdorf lädt zum Montag, den 26. 11. 2012 in den Kleinen Saal des Kulturhauses alle an dem Thema Schulentwicklung interessierten Bürger ein.
Die Referenten werden zu folgenden Themen sprechen:
Herr Axel Dosch,stadt.land.freunde. "Die demographische Entwicklung und deren Auswirkung"
Herr Gernot Schmidt,Landrat MOL "Perspektiven der Schulentwicklung aus der Sicht des Landkreises"
Herr Olaf Mangold,SPD-Bundestagskandidat "Gleiche Chancen für alle Schüler"
Auf der Basis der speziellen Schulsituation in Rüdersdorf und den Vorträgen ist dann eine Podiumsdiskussion unter Einbeziehung aller Anwesenden vorgesehen.
Potsdam. In ihrer heutigen Sitzung hat die SPD Landtagsfraktion wichtige Änderungen für ein modernes Lehrerbildungsgesetz verabschiedet. Ziel der SPD-Vorschläge ist es, die Lehrerausbildung zukünftig stärker an den konkreten Bedarfen der Schulen auszurichten. „Die Aufwertung der Grundschullehrerausbildung, eine größere Flexibilität in den Sekundarstufen I und II und eine verbesserte Berufseinstiegsphase nach dem Studium sind unsere Hauptforderungen an das neue Lehrerbildungsgesetz“, fasst der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Thomas Günther, das Ziel der Gesetzesnovelle zusammen.
Am 23. 05. 2012 fand im Hotel Flora in Vogelsdorf auf Einladung des SPD-Ortsvereins Fredersdorf-Vogelsdorf um 19:00 Uhr eine Diskussionsrunde zur Inklusion statt. Im Podium saßen Frau Dr. Martina Münch (Ministerin des MBJS), Gernot Schmidt (Landrat des Landkreises MOL) und Simona Koß (stellv. Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses MOL). Es gab eine rege und teilweise kontroverse Diskussion zum WIE der Umsetzung der Inklusion in Brandenburg.
Simona Koß
Leserbrief zu „Neuenhagen setzt bisher auf Hortbetreuung“ vom 29. März 2012
Es geht um Bildung, nicht nur um Betreuung
Manche Aussagen des Referenten, bei der durch die Gemeindevertretung, gegen den Willen der Verwaltung, durchgesetzten Informationsveranstaltung zur Ganztagsschule, erstaunen. Vor allem die Aussage „Es geht im Grundschulalter um mehrere Dinge, vor allem aber darum, dass die Familien die Möglichkeit haben, ihrem Beruf nachzugehen.“ Bisher war ich immer der Ansicht, bei der Schule und auch bei der Grundschule ginge es in erster Linie um die Bildung von Kindern. Dass das Brandenburger Bildungssystem keine Ganztagsschulen in der Primarstufe zulässt, ist ebenfalls überraschend, wird doch immer davon gesprochen, dass durch das milliardenschwere Ausbauprogramm des Bundes, das noch unter der rot grünen Bunderegierung auf den Weg gebracht wurde, der Ausbau der Ganztagsschulen stark vorangekommen ist und in Brandenburg mittlerweile jede dritte Grundschule eine Ganztagsschule ist.
Nun ist es auch müßig über Begriffe zu streiten. Ob man von Ganztagsschule spricht oder von der verlässlichen Halbtagsschule mit Hort und Angeboten ist einerlei. Wichtig ist, dass gerade Kinder aus nicht so bildungsnahen Familien besser gefördert werden als es durch die Halbtagsschule geschieht. Diese verlässt sich darauf, dass Kinder in der Familie gefördert werden. Ob der Hort, mit seinem bisherigen Betreuungsauftrag dazu ausreichend geeignet ist, darf bezweifelt werden. Viele Eltern klagen darüber, dass den Kindern im Hort nicht bei den Hausaufgaben geholfen wird geschweige denn, Kinder bei Lernschwächen besonders gefördert werden.
Dass Deutschland und auch das Land Brandenburg in internationalen Vergleichen der Bildungsleistung schlecht abschneiden, liegt stark an der zu frühen Selektion von Kindern aber auch an der noch weit verbreiteten Halbtagsschule, die insbesondere lernschwächere Kinder benachteiligt.